Thema
Die Frage ist nicht mehr, ob Verlage mit KI arbeiten – sie tun es längst, ob im Buch, im Fachmedium oder in der Presse. Die interessante Frage lautet inzwischen anders: Wo behält der Verlag die Kontrolle, und wo schafft bewusste Zurückhaltung mehr Wert als maximale Automatisierung?
Genau darum geht es bei der ai@media. In den Praxisberichten dieser beiden Tage taucht ein Muster immer wieder auf: Die erfolgreichen KI-Projekte sind nicht die, die am meisten automatisieren, sondern die, die genau wissen, wo die Maschine aufhört und der Mensch übernimmt. Ein Fachverlag, der aus geprüftem Wissen neue Services baut, ohne die Hoheit über seine Inhalte abzugeben. Ein Service-System, das nur abschließt, was sich sicher abschließen lässt. Ein Assistent, der bei unsicherer Faktenlage lieber schweigt als falsch zu antworten.
Seit 2021 bringen wir Entscheider:innen, Expert:innen und Branchenpioniere aus Buch-, Fach- und Pressehäusern zusammen, die aus dem Verlagsalltag berichten – ehrlich, mit Zahlen, Hürden und Lessons Learned. Was funktioniert? Wo lauern die Risiken für Qualität, Recht und Glaubwürdigkeit? Und wie gelingt die Umsetzung, ohne die Kontrolle über Inhalte, Daten und Marke zu verlieren?
Ihre Vorteile auf einen Blick
- Zwei volle Tage geballte Fachexpertise statt theoretischer Konzepte
- Praxis statt Vendor-Pitch: echte Use Cases mit Hürden, Zahlen und Lessons Learned
- Sofort umsetzbar: konkrete Strategien und Blueprints für die KI-Integration
- Flexibel verfügbar: komplette Aufzeichnung aller Sessions zum Nacharbeiten
Content
Martin Bernklau, Journalist und Betreiber des Kulturblogs Cul-tu-re.de, schildert einen Fall, der exemplarisch zeigt, was passiert, wenn KI-Systeme falsche Informationen über reale Personen produzieren – und niemand die Verantwortung übernimmt. Microsoft Copilot verknüpfte seinen Namen mit Straftaten, über die er als Gerichtsreporter (aus Prozessen) berichtet hatte, komplett mit Adresse und Routenplaner. Was folgte: zwei Jahre juristische Auseinandersetzungen, mediale Aufmerksamkeit von SWR bis SPIEGEL, Anfragen von Universitäten in Köln, Berkeley und Harvard – und bis heute kein rechtskräftiges Urteil. Ein Erfahrungsbericht über KI-Halluzinationen, Plattformverantwortung und die Grenzen des Rechtsstaats im Umgang mit automatisierter Verleumdung.
Speaker
Martin Bernklau ist Journalist, Romanautor und Blogger. Er wurde in Calw geboren und studierte in Tübingen und Berlin. Er hat einen Master-Abschluss der Freien Universität Berlin und arbeitete als Redakteur und Freiberufler für verschiedene Zeitungen, wobei er insbesondere Erfahrungen als Kulturjournalist, in der Kommunalpolitik und als Art Director sammelte. Im Jahr 2024 wurde er als Gerichtsreporter bekannt, als Microsofts KI „Copilot“ und ChatGPT ihn namentlich und mit seiner Adresse als Schwerverbrecher, Kinderschänder, Messerstecher und Geiselnehmer identifizierten. Dabei handelte es sich ausschließlich um Fälle, über die er zuvor als Journalist berichtet hatte.

Termin
16. & 17.09.2026
Veranstalter
Der DIGITAL PUBLISHING REPORT liefert Praxiswissen zur digitalen Transformation für Medienunternehmen und andere Publisher. Wir ermöglichen Medienunternehmen, die technischen und strategischen Herausforderungen in der digitalen Transformation zu meistern. Mit unseren digitalen Medien führen wir Publisher, Experten und Technologieanbieter praxisnah zusammen – mit dem Ziel, die führende Community für den Knowhow-Transfer im digitalen Publizieren aufzubauen.







